Blumengeschenke


Eine Grundinformation für die folgenden Einträge muss ich hier an dieser Stelle einfach schreiben:

Ich bin wahnsinnig glücklich und zufrieden.

Dieser ganze Zustand des Dauerglücks hat unterschiedliche Ursachen und viele Faktoren spielen eine entscheidende Rolle dabei. Nach und nach möchte ich diese näher erläutern, wie wäre es heute also mit den Blumen, die ich in den letzten Monaten erhalten habe?

Blumen sind etwas wunderschönes. Gerade im letzten Jahr habe ich meine Begeisterung für den Garten entdeckt und habe viel Zeit im Grünen genossen (mal ehrlich, ihr Stadtmenschen - es gibt nichts herrlicheres als die Blumen das Jahr über beim Wachsen zu beobachten). Und da Blumen durch ihre faszinierenden Farben, Formen und zarten Düfte wie geschaffen für Frauen sind, sind sie eigentlich das perfekte Geschenk. Immerhin spiegeln sie damit die Anmut der Frau wider. (Okay, der letzte war nun wirklich kitschig.)

Doch einen richtigen Blumenstrauß habe ich schon lange nicht mehr bekommen...

Das erste Blumengeschenk habe ich mir selbst gemacht. Es hat nämlich den Anschein als hätte ich einen grünen Daumen, denn auf meinem Fensterbrett im Wohnzimmer sprießt und gedeiht seit Monaten ein kleines Avocadobäumchen. Mittlerweile ist es stattliche 30 cm hoch und trägt große und kräftige grüne Blätter. Man kann regelrecht jeden neuen Tag einen Fortschritt erkennen! Das macht mich zum einen unglaublich stolz, zum anderen freue ich mich darüber, dass aus einem eher hässlichen Kern etwas so beeindruckendes wächst. Quasi aus dem nichts heraus. Dieser Gedanke inspiriert mich zu vielem, denn egal, wie unscheinbar die Basis ist, mit Pflege, Liebe und Zuwendung kann etwas großes daraus werden.
Nur schade, dass mein Bäumchen aufgrund unseres Klimas wahrscheinlich nie Früchte tragen wird.

An Pfingsten erhielt ich das zweite Blumengeschenk und weiß bis heute nicht, wer mich damit überrascht hat. In vielen (ländlichen) Regionen ist es zu Pfingsten Brauch, der Angebeteten eine Birke zu stecken. Junge Männer ziehen in den Wald, suchen eine schöne Birke aus, sägen diese ab und stellen sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vor das Haus ihrer Liebsten. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass sie nicht erfährt, wer denn der junge Mann war. In seltenen Fällen wird trotzdem noch eine Spur zum Wohnhaus des jungen Mannes gelegt, in den meisten Fällen geschieht das alles jedoch völlig anonym. Dieses Jahr habe ich nun also zum ersten Mal in meinem Leben eine Birke gesteckt bekommen. Da habe ich ganz schön gestaunt, als ein 5m langer Ast an unserer Haustür lehnte! Das Wissen, dass sich ein heimlicher Verehrer extra nur meinetwegen diese Mühe gemacht hat, wärmt mir noch immer das Herz. Denn es muss offensichtlich jemand sein, der mich kennt, der mich vielleicht schon öfters gesehen hat (er weiß ja schließlich auch wo ich wohne) und der mich so mag, wie ich bin. Gerade an jenen Tagen, an denen man an sich selbst zweifelt, heitert mich dieser Gedanke wieder auf. Denn egal, ob mir meine Haare zu platt und glanzlos vorkommen, ob ich vielleicht zu laut an einer unpassenden Stelle gelacht habe oder ob das Make-Up verwischt ist - irgendwer mag mich so wie ich bin.
Lieber Unbekannter, falls du jemals diesen Absatz lesen solltest: Ich danke dir so sehr, dass du mir durch deine Geste dieses Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl gegeben hast. Deine Birke ist Balsam für mich, wenn mich Zweifel zu überrollen drohen.

Und da aller guten Dinge drei sind, muss ich vom letzten - und wahrscheinlich auch schönsten - Geschenk schreiben. Erst gestern habe ich eine Blume auf dem ungewöhnlichsten Weg erhalten. Eine einfache Zeichnung, gemalt auf einen Zettel auf der Arbeit. Diesmal ist mir der Absender bekannt, denn es ist der wundervollste Mann auf der ganzen Welt. Er hat mir die Blume auf einen Zettel gezeichnet, von dem er sicher wusste, dass nur ich ihn in die Finger bekomme. Kommentarlos. Und dennoch hat er mich mit einem gedankenlosen Gekritzel zum glücklichsten Menschen gemacht. Denn letztendlich ist es doch nicht wichtig, ob man die schönsten und prächtigsten Rosen bekommt, irgendwann verblühen auch diese. Nein, denn eigentlich geht es doch darum, dass man jemandem mit einer unerwarteten Überraschung den Tag versüßt.

Diese Zuneigung, die ich erfahren darf, ist unbezahlbar. Dass es Menschen gibt, die mich wahrnehmen, die etwas an mir sehen, das ihnen gefällt, und die mir eine Freude machen wollen ohne etwas dafür im Gegenzug zu erwarten, ist so wertvoll. Selbstlosigkeit empfangen zu dürfen ist eines der schönsten Geschenke der Welt. Für nichts möchte ich es eintauschen, denn daher rührt doch Glück. Dieses zarte, wohltuende, reine Glück. Aber auch der Stolz, den man empfindet, wenn man aus eigener Kraft etwas erreicht, durch Disziplin, Beharrlichkeit und manchmal auch gutem Zureden, kann zu viel größerem beflügeln. Oft unterschätzen wir uns vielleicht selbst, doch der Erfolg, den man nach den Anstrengungen erreicht, macht doch alles wieder wett.

Denkt darüber nach!
8.8.17 17:40
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marie / Website (9.8.17 00:16)
Hi,
ein sehr guter Eintrag, der mich definitiv zum Nachdenken angeregt hat.

Ich liebe Blumen auch sehr und bin gerne draußen unterwegs und genieße die jeweiligen Jahreszeiten mit ihren dazugehörigen Schönheiten.
Allerdings mag ich Blumen am liebsten dort, wo sie eben hingehören. An ihren Ursprung.

Sicherlich freue ich mich auch über Blumen, die ich geschenkt bekomme, aber leider verblühen sie so schnell. Daher sind sie mir draußen im Garten, am Feldrand oder auf einer wilden Wiese am liebsten. ;-)

Zuneigung ist etwas sehr schönes. Und ich gebe Dir Recht, das Glück das man empfindet, wenn etwas erreicht wurde oder eben merkt das man wahrgenommen wird, das ist unbezahlbar.

Sehr schöne Gedanken!
Ich bin auf weitere Einträge gespannt.

Bis dahin, Marie

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